Der Quellensteuerabzug (PAS)

Ein paar Worte zu Ihnen

Sie sind Arbeitgeber und möchten wissen, welche Pflichten Sie als Quellensteuer einbehaltende Stelle haben.

Sie sind ein ausländisches Unternehmen und möchten mehr über Ihre Pflichten in Frankreich erfahren.

Sie sind Privatperson und möchten mehr über den Sie betreffenden Quellensteuerabzug erfahren.

Steuern in Frankreich

Zum 1. Januar 2019 haben sich die Modalitäten für die Zahlung der Einkommensteuer grundlegend geändert. Ab sofort wird die Steuer auf Basis eines Anzahlungssystems zeitgleich mit den bezogenen Einkünften gezahlt. Bisher wurde die Steuer im Folgejahr gezahlt. Das neue System nennt sich Quellensteuerabzug. Die Steuererklärungspflicht bleibt jedoch unverändert bestehen, d. h. die Einkünfte müssen in dem Jahr nach Bezug der Einkünfte erklärt werden.

Welche Einkünfte sind vom Quellensteuerabzug betroffen?

Der Quellensteuerabzug gilt für folgende Einkünfte:

  • Einkünfte aus Erwerbstätigkeit: Hierzu gehören Löhne und ähnliche Einkünfte, Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit (BIC, BNC, BA) und Ersatzeinkommen (Altersrenten, Arbeitslosenunterstützung)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

Wie wird der Quellensteuerabzug berechnet?

  • Berechnungsgrundlage für den Quellensteuerabzug

Der Quellensteuerabzug wird auf Grundlage der Nettoeinkünfte aus Erwerbstätigkeit berechnet. Bei Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit wird die Anzahlung auf Basis des vorangehenden Geschäftsjahres bzw. in einigen Fällen auf Basis der letzten 3 Geschäftsjahre berechnet. Die Anzahlungen bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung werden auf Grundlage aller Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung des Vorjahres abzüglich anrechenbarer Verluste aus Vermietung und Verpachtung und ohne Sondererträge berechnet.

  • Steuersatz

Die Steuerbehörden berechnen einen einheitlichen Steuersatz pro Haushalt auf Grundlage der Steuern und Einkünfte aus dem Vorjahr.
Eine Anpassung des Steuersatzes ist in bestimmten Situationen möglich, z. B. wenn Steuerpflichtige, die verheiratet sind oder einen zivilen Solidaritätspakt (PACS) miteinander geschlossen haben, erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Einkommen aufweisen (individuell angepasster Steuersatz).
Ist es nicht möglich, einen einheitlichen Satz auf Basis des Vorjahres in Ansatz zu bringen, kommt ersatzweise ein anderer Satz zur Anwendung.
Zudem kann der Steuersatz entsprechend den persönlichen Veränderungen der Lebensverhältnisse eines Steuerzahlers wie z. B. bei geänderten Einkünften oder bei einer Änderung der familiären Situation aktualisiert werden.

Wer nimmt den Quellensteuerabzug vor?

Der Quellensteuerabzug erfolgt über einbehaltende Stellen wie Arbeitgeber, Pensionskassen etc., die die Quellensteuer an die Steuerbehörden abführen. Bei Selbstständigen wird die Quellensteuer unmittelbar vom Bankkonto abgebucht, ohne dass eine einbehaltende Stelle zwischengeschaltet ist.

Wie wird der Quellensteuerabzug in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt?
Wie bereits erwähnt haben sich durch die Einführung des Quellensteuerabzugs die Vorschriften hinsichtlich der Erklärung der Einkünfte nicht geändert. Somit muss der Steuerzahler jedes Jahr für seine im Vorjahr bezogenen Einkünfte eine Einkommensteuererklärung abgeben. Die 2019 bezogenen Einkünfte müssen beispielsweise im Mai/Juni 2020 in der Steuererklärung angegeben werden. Sobald die jährliche Steuererklärung eingereicht wurde, berechnet die Steuerbehörde die für dieses Jahr zu zahlende endgültige Steuer durch Anrechnung der von den Einkünften des Steuerzahlers bereits einbehaltenen Quellensteuer. Bei Ausstellung des Steuerbescheids aktualisiert die Steuerverwaltung zudem den Quellensteuersatz auf Grundlage der angegebenen Einkünfte. Zu viel bezahlte Beträge werden an den Steuerzahler zurückerstattet. Besteht hingegen ein Saldo zugunsten der Steuerbehörden, muss der Steuerzahler den entsprechenden Betrag unabhängig von den monatlichen Abzügen bezahlen.

  • Gilt der Quellensteuerabzug auch bei internationalen Konstellationen?
  • Der Quellensteuerabzug gilt auch bei internationalen Konstellationen, insbesondere:
    Wenn der Arbeitgeber nicht in Frankreich ansässig ist und Gehälter an einen steuerlich in Frankreich ansässigen Arbeitnehmer für eine in Frankreich ausgeübte Tätigkeit zahlt;
  • Wenn der Arbeitgeber in Frankreich ansässig ist und Gehälter an einen steuerlich in Frankreich ansässigen Arbeitnehmer für zeitlich begrenzte und vorübergehende Tätigkeiten im Ausland (vorbehaltlich internationaler Vereinbarungen) zahlt;
  • Wenn der Arbeitgeber nicht in Frankreich ansässig ist und Gehälter an einen in Frankreich ansässigen Arbeitnehmer für eine im Ausland ausgeübte Tätigkeit zahlt.

Unser Service für Sie

Altexis unterstützt Sie gerne im Rahmen der Anwendung des Quellensteuerabzugs:

  • Wenn Sie Arbeitgeber sind, überprüfen wir für Sie die korrekte Anwendung der Quellensteuer-Vorschriften in Ihrem Unternehmen.
  • Wenn Sie ausländischer Arbeitgeber sind, beraten wir Sie hinsichtlich Ihrer Pflichten in Frankreich.
  • Wenn Sie Steuerzahler sind, unterstützen wir Sie bei der Einreichung all Ihrer Steuererklärungen in Frankreich