PORTUGAL: DAS ENDE DES “STEUERPARADIESES FÜR RENTNER”?

Im Jahr 2009 stimmte Portugal für die Einführung von Steuervorteilen für “nicht-gewohnheitsmäßige Einwohner”.

“Nicht-gewohnheitsmäßige Einwohner” sind Personen, die ihren steuerlichen Wohnsitz in Portugal für das Jahr N (183+ Tage in Portugal für das Jahr N oder portugiesischer Wohnsitz am 31/12/N, der als Hauptwohnsitz vorgesehen ist) begründen und die in den letzten 5 Jahren keinen steuerlichen Wohnsitz in Portugal hatten.

Diese “nicht-gewohnheitsmäßige Einwohner” profitierten über einen Zeitraum von 10 Jahren von beträchtlichen Steuervorteilen, wie z.B. der Besteuerung ihrer Einkünfte aus portugiesischen Quellen zu einem Pauschalsatz von 20% und einer allgemeinen Steuerbefreiung ihrer ausländischen Einkünfte.

In 10 Jahren hat das Land eine große Anzahl französischer (und anderer!) Rentner angezogen, die Sonnenschein, niedrigeren Lebenshaltungskosten und einem attraktiven Steuersystem suchten.

Angesichts der wachsenden Besorgnis seiner europäischen Nachbarn hat Portugal nach und nachgegeben und für einige Staatsangehörige (Norwegen, Schweden) eine Besteuerung ausländischer Renten wieder eingeführt.

Am 6. Februar 2020 hat das Land endlich die Besteuerung seiner pensionierten “nicht-gewohnheitsmäßige Einwohner” vereinheitlicht: Von nun an werden ausländische Renten zu einem festen Satz von 10% besteuert.

Die Maßnahme wird jedoch nur Personen betreffen, die zum 31. März 2020 den Status eines “nicht-gewohnheitsmäßigen Einwohners” beantragen.

Mit einem in Europa nach wie vor sehr wettbewerbsfähigen Steuersatz und einer Sonnenscheindauer von 300 Tagen im Jahr wird es mehr als das erfordern, um Portugal aus seinem Status als “Steuerparadies für Rentner” zu entthronen.

Artikel vom 9. März 2020 – Autor: Me Marine Perrot, französischer Anwalt für Steuerrecht